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Schultheater

Moin!
Mitte September startete das Festival „Schultheater der Länder", das jedes Jahr in einem anderen Bundesland stattfindet. Aus jedem Bundesland wählt eine Fachjury eine Spielgruppe aus, die dann für eine Woche an diesem fantastischen Kongress teilnehmen
darf. Alle Gruppen zeigen ihr Stück auf professionellen Bühnen und es gibt eine sehr schülernahe und wertschätzende Feedbackarbeit, zusätzlich nehmen hunderte Lehrkräfte an einer Fachtagung mit Vorträgen und Workshops teil. Ich durfte mehrere Veranstaltungen
als Moderator begleiten und bin immer noch total froh (altersangemessene Sprache) und „geflasht" (Jugendsprache) - es war so toll.

Ich war sehr angespannt bei der Eröffnungsveranstaltung, die 800 Plätze im Kieler Opernhaus waren voll besetzt, und wir hatten nur zwei Stunden Zeit zum Proben, außerdem waren so viele Freunde und Bekannte im Publikum, dass es dann irgendwie echt doof gewesen wäre, wenn mein Text nicht funktioniert hätte oder so. Aber, hui und puhhhh, es war wirklich ein sehr angenehmer Abend. Im Anschluss eröffnete für Schleswig-Holstein dann das Ensemble der Theodor-Storm-Schule aus Kiel das Festival mit seinem Stück über Religionen „Na, Gott sei Dank" – Standing Ovations, ganz doll mit Recht. Wir haben in der Nachbesprechung übrigens von Bayern sehr viel Lob bekommen. Die scheinen ja doch ganz nett zu sein.
Der Platz reicht nicht aus, um über alle Highlights zu berichten, ich möchte aber zwei noch nennen. Da ist zum einen der Inspizient des Kieler Schauspielhauses, Wlodek Brühl, der mich im Backstage 40 Sekunden vor meinem Auftritt fragt: „Bist Du aufgeregt?" und mir auf mein zögerliches Bejahen ein zärtliches „Solltest Du auch!" ins Ohr kreischt. Ich bildete mir in den ersten fünf Minuten auf der Bühne dann auch ein, ihn immer noch lachen zu hören. Er hat es schon bei verschiedenen Veranstaltungen geschafft, mich mit irgendetwas reinzulegen, ich liebe es.
Zum ersten Mal hingegen traf ich unsere Bildungsministerin Karin Prien, die sehr aufregende Neuigkeiten im Gepäck hatte. Unser Bundesland wird nämlich bald eine Professur in Flensburg einrichten, die sicherstellt, dass neue Lehrkräfte vollumfänglich für Theaterunterricht an Schulen ausgebildet, werden. Bei der Verkündung hatten viele von uns einen Kloß im Hals und Tränen in den Augen oder an der Wange, im Publikum saßen viele Lehrer, die jahrzehntelang genau dafür gekämpft hatten. Ein toller Moment.
Fazit: Ich bin froh, so viele tolle Menschen vor, auf und hinter der Bühne getroffen zu haben. Die Aufregung war angebracht. Ich bin neu verliebt, vor allem in das Schultheater an sich – und, ja, auch in Bayern. Cool, oder? Und jetzt die gute Nachricht! Sie können das auch alles erleben. Bitte gehen Sie ins Theater!

Jan Martensen
INKiel, Kieler Nachrichten, 5.10.18

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